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Spieleabend

Mit Clive spiele ich nicht mehr :-)

Cum hoc ergo propter hoc

Nun zurück zu etwas vollkommen Unpolitischem: Korrelation impliziert keine Kausalität. Sollte jedem klar sein, ist es aber nicht. Tyler Vigen sammelt in seinem Blog »Spurious correlations« herrliche Beispiele für abstruse Korrelationen, die nun wirklich eindeutig keinen kausalen Zusammenhang besitzen. Nur ein Beispiel: die Anzahl der Filme, in denen Nicolas Cage mitspielt, korreliert ganz erstaunlich mit der Anzahl an Menschen, die (in den USA) im Swimming Pool ertrunken sind. Oder besteht da vielleicht doch ein Zusammenhang?

Kann denn Liebe Sünde sein?

Ja, kann Liebe Sünde sein? In Bayern schon. Na gut, dort reicht es vermutlich schon aus, wenn es sich um nicht-heterosexuelle Liebe handelt. Aber auch für einvernehmlichen Hetero-Sex kann man als gerade einmal Volljähriger im Süden der Republik schon einmal im Knast landen.

Bildquelle: Cornelis van Haarlem; Public domain; via Wikimedia Commons [1]

Wegen Sex in einem Erlebnisbad muss ein junges Paar in den Jugendarrest. Unter Alkoholeinfluss kam es wohl zu sexuellen Handlungen, was leider vom Bademeister nicht unbemerkt geblieben ist. Zwei Wochen Dauerarrest für den Mann, ein Wochenende Arrest und 32 Stunden Sozialdienst für die Frau sind das Ergebnis. Das erregte öffentliche Argernis muss extrem groß gewesen sein. So groß, dass es das Gericht für notwendig hielt, die Bilder der Überwachungskameras auch noch in öffentlicher Sitzung vorzuführen.

Ich weiß ja nicht … nach meinem Rechtsempfinden halte ich die ausgesprochenen Strafen nicht gerade für angemessen und sinnvoll, und da bin ich wenigstens nicht der einzige. Wenn man das Verhalten schon bestrafen will, dann sollte vermutlich eine Geldstrafe ausreichen.

Island

Bild: Andreas Tille [1] GFDL via Wikimedia Commons [2] Zuschnitt: André Gewert

Island, so kann man in der Wikipedia nachlesen, ist mit rund 103.000km2 der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas. Island besitzt knapp 330.000 Einwohner und kein eigenes Militär, dafür aber diese niedlichen und recht stämmigen Islandpferde, die mich so ein kleines bisschen an eine Kollegin erinnern.

Ein hart von der Finanzkrise getroffenes Island hat vor ein paar Jahren sehr eigenwillig und erfolgreich reagiert (was man angesichts anhaltender Probleme in der Eurozone vielleicht nicht ganz vergessen sollte) und wenn es nicht immer so verdammt kalt wäre in Island, würde ich es dort sicherlich auch recht hübsch finden.

Vorerst reicht mir aber die wunderschöne Postkarte aus (oder vom) Þingvallavatn, die mir tatsächlich einer meiner anonymen Leser bereits vor ein paar Wochen zugeschickt hat, und über die ich mich sehr gefreut habe, die ich allerdings aus urheberrechtlichen Gründen besser nicht abfotografiere und hier abbilde :-)

Es gibt ja doch IT-Sachverstand in der Politik

Wie gesagt: Es gibt ja doch IT-Sachverstand in der Politik! Nein, nicht in Deutschland. Nein, es geht natürlich nicht um Internet-ist-für-uns-alle-Neuland-Deutschland, sondern um den Premierminister von Singapur, Lee Hsien Loong, der einen von ihm selbst entwickelten Sudoku-Solver veröffentlicht hat.

Nachzulesen u. a. bei arstechnica: Prime Minister of Singapore shares his C++ code for Sudoku solver

(Sagt mir bitte Bescheid, falls ähnliches eines Tages auch in Deutschland geschehen sollte.)

Die erotische Seite der Informationstechnologie

Natürlich muss dieser gesamte IT-Kram ja irgendwie auch eine erotische Komponente besitzen, anders ist doch der Erfolg solcher Gadgets wie die »Apple Watch« gar nicht zu erklären :-)

Wenig überraschen kann also das Vorhandensein von erotischer IT-Literatur. Zumindest versucht sich ein kanadischer Autor unter dem Pseudonym Leonard Delaney daran, erotische Geschichten irgendwie mit IT-Themen zu vermengen und bei Amazon zu verscheuern. Und ich muss schon sagen: es sind äußerst interessante Titel, die sich Delaney da ausgedacht hat:

  • Invaded by the iWatch
  • Taken by the Tetris Block
  • Conquered by Clippy (!!!11elf!)

Und Mashable (der Link lohnt sich übrigens schon allein wegen der tollen Illustrationen) schreibt dazu: »Apple Watch-inspired erotica is a stroke of genius«

Via lesen.net

Schickt mir Postkarten!

Alte Postkarten

Nun ja, ich habe vor kurzem schon nebenbei das Thema »Postkarten« angesprochen … ich persönlich mag ja Postkarten, vielleicht gerade weil das Versenden von Postkarten so außer Mode gekommen ist. Aber es kann doch ausgesprochen nett sein, sich so einen Stapel aus über die Jahre gesammelten Postkarten mal wieder durchzuschauen. Da wundert man sich dann schon einmal, woher man überall Post erhalten hat (Odessa???) oder von wem. Man stellt fest, dass man bestimmten Leuten niemals zurück geschrieben hat (sorry) oder dass bestimmte Absender es über Jahre nicht hinbekommen haben, die korrekte Postleitzahl zu notieren.

Wie auch immer: Weil ich Postkarten doch so schön finde, möchte ich alle Leser aufrufen, mir welche zu schicken! Egal von wo. Ganz gleich, ob mit oder ohne Text, ob anonym oder mit Absender, ob selbstgebastelt oder Edgar-Gratiskarte. Und zwar bitte ich nicht nur meine »heimlich mitlesenden« Bekannten (ich weiß ja, dass es euch gibt!), sondern vor allem die Unbekannten, die Fremden, die über diese Seite stolpern und sich bestimmt fragen, wie sie mir etwas Gutes tun können ;-) Also denn: immer her mit den Karten! Ich verlasse mich auf euch!

(Ach ja, die Adresse findet man unter Kontakt.)

Depressive Unionsreflexe

Bild: Vincent van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit. [1] Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons [2]

Laut Wikipedia sind allein in Deutschland geschätzt vier Millionen Menschen von einer Depression betroffen; gut 10.000 Menschen töten sich in Deutschland jedes Jahr selbst, die Anzahl der versuchten Selbsttötungen liegt beim 10- bis 15-fachen. Und was sagen CDU und CSU dazu?

Thomas de Maizère (CDU) ist sich nicht zu blöde, die Katastrophe um den Germanwings-Flug 4U9525 als Anlass zu nutzen, eine Ausweitung der Speicherung von Fluggastdaten auf Vorrat zu fordern, um »potenzielle Gefährder« aufzuspüren. Als sei es nicht zynischerweise ausgerechnet eine »Anti-Terror-Maßnahme«, die dem Kopiloten A. geholfen hat, seinen Plan in die Tat umzusetzen.

Und Joachim Herrmann, ganz in seiner Rolle als prototypischer bayerischer CSU-Mann, fordert – unter bestimmten Bedingungen – ein Berufsverbot für Menschen mit Depressionen. Als würde das irgendwelche Probleme lösen und nicht nur den Druck auf die Betreffenden erhöhen, ihre Leiden noch stärker zu verstecken und Normalität vorzutäuschen.

Ehrlich: Ich wünsche mir zur Abwechslung auch einmal einen Innenminister, der einfach sagt: Auf dieses und jenes Ereignis gibt es keine sicherheitspolitischen Antworten.

Passend dazu: Erzaehlmirnix.
Siehe auch: Kraftfuttermischwerk / Die Zeit / Katja Berlin

Sofi 2015 … und 1999

Lieber diese Karte als keinen Anruf

Am Freitag war es mal wieder soweit: Es gab eine totale Sonnenfinsternis. Na gut, in Deutschland war davon nicht so furchtbar viel zu sehen. Wahrscheinlich war das auch der Grund, weshalb mir das Ganze (im Gegensatz zur Kollegin T.) relativ am Arsch vorbeiging. Immerhin: Es gab ein merkwürdig konfuses Licht, das war schon recht cool. Ansonsten konnten wir, auch wegen fehlender Schutzbrille, nicht wirklich etwas sehen.

1999 war das etwas anders. Da konnte man wenigstens in Teilen Deutschlands die totale Sonnenfinsternis beobachten. Ich glaube zwar, mich hat das (im Gegensatz zu meiner Mama) damals auch relativ kalt gelassen – im Norden gab es ja auch nicht so furchtbar viel zu sehen, außerdem waren die Sofi-Schutzbrillen schnell ausverkauft und vor der Benutzung von CDs wurde gewarnt – auf der anderen Seite hätte ich sicherlich nichts dagegen gehabt, das Ereignis mit der Liebe meines Lebens [die nicht meine Freundin gewesen ist] zu beobachten. A. jedenfalls hatte andere Pläne und hat sich lieber mit ihrer besten Freundin im Schlepptau auf den Weg nach München gemacht, um sich sozusagen die Vollversion zu sichern.

Ich weiß nicht, ob sie mich gerne dabei gehabt hätte, aber immerhin muss sie an mich gedacht haben, denn sie hat mir – wie so oft, damals – eine ihrer zahlreichen Postkarten geschickt. Ich muss mich auch wirklich darüber gefreut haben, denn ich habe diese Karte neben all den anderen, die da noch gekommen sind, bis heute aufbewahrt, was auch der Grund dafür ist, dass ich sie für diesen Text abfotografieren konnte.

Ich persönlich finde es ja wirklich schade, dass das Versenden von Postkarten so außer Mode gekommen ist. Ich denke da etwa an Kollegen, die eine gekaufte und unbeschriftete Ansichtskarte für ihre Abteilung aus dem Urlaub mitbringen. Statt einer Postkarte schickt man ja heute viel lieber eine schnelle WhatsApp-Nachricht nebst Selfie. Nun ja, da muss ich auch schon wieder an Leute denken, die sich selbst wieder aus dem Selfie herausnehmen, um zumindest bestimmten Leuten dann nur die beschnittene Version zu senden … Aber das ist ein anderes Thema.

Jedenfalls bin ich der Meinung, Postkarten können eine schöne Erinnerung sein. Haltbarere Erinnerungen als WhatsApp-Nachrichten. Die letzte Karte, die ich von A. erhalten habe, kam übrigens aus Roswell (oder aus der Nähe von Roswell). Und ich hätte mir gewünscht, danach wären noch viel, viel mehr Karten bei mir angekommen, egal von wo.

Taliban in Deutschland

Es ist immer wieder erstaunlich, welche rhetorischen Mittel in politischen Debatten herausgeholt werden. Aktuell gelten nun also Verfechter der Netzneutralität als Taliban.

Ob man unerwünschte Einwanderung »mit der letzten Patrone« bekämpfen möchte (Seehofer) oder in Anlehnung an den Gröfaz über die »größte Verfassungsklage aller Zeiten« spöttelt (Schäuble) oder vor einem »Sozialismus-Internet« à la China warnt (Jimmy Schulz) – nicht nur schräge Autobahn-Vergleiche sind in der deutschen Politik äußerst beliebt!

Kampfrhetorik muss man das wohl nennen.
(Bei der Gelegenheit ein kleiner Blog-Tipp nebenbei: neusprech.org)

Nun war die größte Verfassungsklage (an der auch ich mich beteiligt hatte) durchaus erfolgreich: die gesamte Gesetzgebung zur Vorratsdatenspeicherung wurde für nichtig erklärt. Aber das ist nur eine Randnotiz.

Das Aufweichen oder Abschaffen der Netzneutralität dient jedenfalls nicht etwa den Internet-Nutzern oder irgendeiner abstrakten Sicherheit, sondern in erster Linie wirtschaftlichen Interessen der Telekom-Unternehmen, die gerne doppelt und dreifach für die Nutzung ihrer Netze bezahlt werden möchten. (Was prinzipiell ja durchaus nachvollziehbar ist. Würde ich als ISP auch versuchen. Das macht die Sache allerdings nicht besser.) Um die Stimmung bei Otto-Normal-Verbraucher trotzdem irgendwie gegen die Netzneutralität zu lenken, ist manchen Akteuren auch das Heraufbeschwören kommunistischer (herrje!) und terroristischer Gefahren nicht zu billig. Etwa unserem EU-Kommissar für Netzpolitik, Günther Oettinger (ja, genau, der Oettinger!), dem neulich folgendes eingefallen ist:

Was die Netzneutralität betrifft, da haben wir gerade in Deutschland Talbian-artige Entwicklungen. Da ist die Netzgemeinde, da sind die Piraten unterwegs, da gehts um perfekte Gleichmacherei.

Wow. Ich finde solche Aussagen ja immer ein wenig peinlich, weil man sich damit als Politiker auch schon sofort für jegliche sachliche oder ernstzunehmende Debatte disqualifiziert.

Obwohl … der Metronaut zeigt, dass Oettinger mit seinen drastischen auch noch recht hat! Schockierend :-)

Rohkost statt Insulin

Ohne schon wieder auf den Leuten herumzuhacken, die an diesen Homöopathie-Hokuspokus glauben … Das hier toppt ja alles:

Weil ein Elternpaar seinem zuckerkranken Kind statt Insulin Rohkost gegeben haben soll, muss es sich am Landgericht Hannover verantworten.

Na ja. Wer an eine Neue Germanische Medizin glaubt, der braucht halt keine Medikamente …

Fettsein

Sonntag vormittag. Kaffee, Zeitung, Frühstückstisch. Ich lese im Freitag einen Artikel über die selbsternannte »politische Bildnerin« Magda Albrecht. Und kann nicht aufhören, mich zu wundern.

Der Freitag berichtet über die Arbeit von Magda Albrecht, die gegen vorherrschende Schönheitsideale, gegen die Abwertung von »fetten« Menschen und für »fat empowerment« kämpft. Soweit finde ich das gut und unterstützenswert. Denn: Auch wenn sich niemand davon komplett frei machen kann, so sollte doch niemand nach seinen Äußerlichkeiten bewertet bzw. abgewertet werden. »Fat shaming« ist nicht akzeptabel.

Zum Vergleich: Als Diabetiker (ich weiß, dass der Vergleich nicht ganz passend ist) kann ich auch nicht immer und nicht von allen erwarten, für die Krankheit und die Einschränkungen, die diese mit sich bringt, Verständnis zu erhalten. Wenn ich zum Beispiel nachts wegen einer Unterzuckerung aufstehe, und etwas esse oder trinke (es nützt ja nichts!) und dabei andere aufwecke. Oder wenn ich während des Fußballspielens pausieren muss, um Traubenzucker zu essen, und eben nicht wenigstens ins Tor gehen kann. Was ich aber erwarten kann: Dafür nicht auch noch beschimpft zu werden. (Was hin und wieder trotzdem passiert und durchaus sehr kränkend sein kann.) Auch sehe ich nicht ein, am Arbeitsplatz, in der Kantine oder im Restaurant mir keine Spritze setzen zu dürfen. Wer’s nicht erträgt, soll halt wegschauen. Das ist die eine Sache.

Bei Albrecht geht es allerdings etwas weiter. Und das ist die andere Sache. Ein paar Zitate aus dem Freitag-Artikel:

»Ist Schlanksein erstrebenswert? Für mich nicht.«

»Begreift euren Körper als Ort des Widerstands!«

Für Albrecht ist die Definition von Körperfülle die Konstruktion einer Krankheit.

Wenn aber die Hälfte der Menschen nicht normal ist, sollte man dann nicht lieber seine Wortwahl überdenken, als die Menschen zu ändern?

Magda Albrecht ärgert sich, wenn sie auf Diabetes, Bluthochdruck und Cholesterinwerte angesprochen wird. »Das wird nur auf das Übergewicht geschoben.«

Albrecht sagt: »Mir ist es egal, ob ein dicker Körper bestimmte Krankheiten erzeugt.«

Wenn sie gefragt wird, ob sie zugenommen hat, antwortet sie immer: »Ja! Cool, oder?«

Menschen zu erzählen, fett zu sein sei »normal« oder »nicht ungesund« ist kein empowerment, sondern das Gegenteil!

Kleiner Lesetipp am Rande, sozusagen eine Gegenmeinung sind zwei Artikel auf dem Blog erzaehlmirnix, das eigentlich durch seine grandiosen Comics bekannt geworden ist:

Magerwahn und Schlankheitsterror
Fettlogik.

Houellebecq

Im aktuellen Spiegel gibt es eine ansonsten durchaus lesenswerte Rezension von Houellebecqs neuem Roman »Soumission« bzw. »Unterwerfung« – mit einem bemerkenswerten Seitenhieb:

Als Romancier hatte man ihn fast schon abgeschrieben, nachdem er zuletzt eher als Performace-Künstler mit dem Aussehen eines versoffenen Pennbruders oder eines Crystal-Meth-Junkies aufgetreten war.

Was das mit Inhalt oder Qualität des Romans zu tun hat weiß ich zwar auch nicht, aber was soll’s. Da ich Houellebecq bisher immer ganz gern gelesen habe (und »Elementarteilchen« für grandios halte), werde ich mir vermutlich auch »Unterwerfung« irgendwann einmal antun. Die deutsche Übersetzung erscheint kommenden Freitag. Eine kurze Rezension gibt es auf Spiegel Online.

Mit einem der Anschlagsopfer von Paris ist Houellebecq gut befreundet gewesen. Er hat anscheinend die Werbetour für sein Buch unterbrochen und sich nach Irland zurückgezogen.

2014

Anders als vor zehn Jahren wäre ich dieses Jahr vermutlich ausgewandert – wenn mich nur jemand gefragt hätte. Am Ende ist natürlich alles geblieben, wie es war. Ansonsten kann ich nicht viel erzählen und beschränke mich mal darauf, diesen Fragebogen auszufüllen, der durch die Blogs geistert.

Zugenommen oder abgenommen
Zugenommen, obwohl ich doch zu Jahresbeginn noch auf einem ganz guten Weg war. Grummel.

Haare länger oder kürzer
Ich habe keine Wahl mehr, es gibt nur noch eine Richtung: immer kürzer und kürzer.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger
Ha! Besonders weitsichtig bin ich noch nie gewesen ;-)

Mehr Kohle oder weniger?
Mehr.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Ohne jede kontrollierende Instanz … ganz klar mehr.

Mehr bewegt oder weniger?
Nicht mehr oder weniger als im Vorjahr. Für eine Muskelzerrung hat’s dann trotzdem noch gereicht. Aber die war deutlich angenehmer als der Bänderriss im Vorjahr.

Der hirnrissigste Plan?
Vielleicht hätte ich mich gar nicht erst darauf einlassen sollen, Skiurlaub in Bayern zu machen. Eigentlich war das ja aber auch nicht mein Plan. Auf der anderen Seite war es zeitweise ja auch durchaus nett.

Die gefährlichste Unternehmung?
Der Skiurlaub. Weniger für mich als für die anderen Menschen auf der Piste :-)

Der beste Sex?
Das darf man besser niemandem erzählen …

Die teuerste Anschaffung?
Andere Leute kaufen sich Häuser und Autos. Die teuerste Anschaffung bei mir war eine Kamera. Also noch eine. Und die habe ich noch nicht einmal besonders oft benutzt.

Das leckerste Essen
Irgendwo in Bayern habe ich das beste Jägerschnitzel der Welt gegessen. Wir hatten zwar schlechte Laune, aber das Essen war sensationell. Es hätte also auch schlimmer kommen können.

Das beeindruckendste Buch?
Seufz. Ich habe nicht so viel gelesen wie im Vorjahr, und vor allem habe ich viel Schlechtes gelesen. Beeindruckt hat mich »Wenn ich was kann, dann nichts dafür« vom Taubenvergrämer Jan-Uwe Fitz. Den lese ich auf Twitter eigentlich ganz gerne, aber so ein unglaublich blödes Buch habe ich selten in der Hand gehabt. Das war wirklich beeindruckend schlecht.

Der ergreifendste Film?
»Die Beschissenheit der Dinge«

Das beste Lied?
Definitiv ganz wunderbar: Faul & Wad Ad vs. Pnau - Changes

Außerdem: Clean Bandit - Rather Be:

Das schönste Konzert?
Da es mit den Rolling Stones nichts geworden ist: keines.

Die meiste Zeit verbracht mit … ?
Schlafen.

Die schönste Zeit verbracht mit … ?
Ich weiß es nicht.

Vorherrschendes Gefühl 2014?
Infinite Sadness?

2014 zum ersten Mal getan?
Skifahren.

2014 nach langer Zeit wieder getan?
Längere Fahrradtouren. Leider immer noch zu selten.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Gesundheitliche Probleme, endlose Diskussionen, die (diesjährige) Weihnachtsfeier

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Vielleicht die Erkenntnis, dass Sammlungen von statischen Klassen »root of all evil« sind und möglichst oft eine lose Kopplung angestrebt werden sollte. So Programmierkram halt.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Hehe. In etwa: »Ich hatte dich jetzt speckiger erwartet.« (Natürlich war das nicht nett. Aber was soll’s.)

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ich fürchte, ich bin in diesem Jahr nicht besonders nett gewesen.

2014 war mit einem Wort … ?
Suboptimal.

2004

Was für ein Jahr ist das damals, vor zehn Jahren gewesen! Während Horst Köhler zum Bundespräsidenten und der Zaunkönig zum Vogel des Jahres gewählt worden ist, habe ich meine Ausbildung zum Fachinformatiker abgeschlossen und wäre um ein Haar nach Bayern ausgewandert. Werder Bremen ist Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger geworden, und Nelly Furtado trällerte unbekümmert ihren Song Força – was ihren Portugiesen allerdings auch nicht geholfen hat; diese unterlagen sowohl im Eröffnungsspiel als auch im Finale der Fußball-Europameisterschaft den Griechen unter König Rehakles. Kann passieren …

Was von der Mission übrig blieb

Am Mittwoch ist der Europäischen Weltraumorganisation ESA mit der Landung der Sonde Philae auf einem Kometen eines der ambitioniertesten Weltraum-Projekte überhaupt gelungen. Ziemlich beeindruckend. Beeindruckend ist allerdings auch, warum dieses Ereignis »im Netz« hohe Wellen geschlagen hat und welche Erkenntnisse sich aus ihm scheinbar ableiten lassen.

Wenn ich meiner Twitter-Timeline glauben darf, dann ist an der Rosetta-Mission das einzig interessante und diskussionswürdige: das Shirt, mit dem sich der britische Wissenschaftler Matt Taylor vor die Kameras getraut hat. Eine gute Freundin hat es für ihn zum Geburtstag angefertigt. Das Problem: Auf dem Hemd sind leicht bekleidete Comicfrauen abgebildet. (Hier gibt es ein Foto davon.) Was es darauf hin an hysterischen Reaktionen, Beschimpfungen und Beleidungen – von denen »asshole« sicher noch eine der harmloseren ist – hagelte, ist schlicht unglaublich. Mittlerweile hat sich Matt Taylor unter Tränen für seinen »big mistake« entschuldigt.

Das Online-Magazin The Verge hat unter dem Titel »I don’t care if you landed a spacecraft on a comet, your shirt is sexist and ostracizing«, der vor allem mit dem einleitenden »I don’t care« das darauf folgende ganz gut zusammenfasst, einen Kommentar herausgehauen, der in der Aussage gipfelt:

This is the sort of casual misogyny that stops women from entering certain scientific fields.

In anderen Worten: Es wagen sich vergleichsweise wenige Frauen in (bestimmte) wissenschaftliche Berufe, weil dort irgendwo – vielleicht – Menschen herumlaufen, die etwas gedankenlos auch mal ein Hemd tragen, auf dem gezeichnete, halbnackte Frauen abgebildet sind.

Nun ja. Die einfachsten Erklärungen sind doch immer noch die besten, wenn auch nicht unbedingt die korrektesten, nicht wahr?

Toleranz

Auf den Online-Seiten der FAZ ist ein Artikel zur ARD-Themenwoche »Toleranz« erschienen, der im Grunde nichts überraschendes beinhaltet. Bemerkenswerter, und zwar auf eine erschreckende Art, sind die Leserkommentare unter dem Artikel. Toleranz scheint demnach eine tolle Sache zu sein. So lange sie nicht von einem selbst verlangt wird. Und so lange sie nicht Ausländern, Schwulen (nebenbei: was ist eigentlich mit homosexuellen Frauen?!) und Behinderten gilt. Oder, wie es einer der Kommentatoren ausdrückt: so lange es nicht gilt, »destruktive bzw. unproduktive bzw. nicht reproduktive Minderheiten zu alimentieren«.

Dein Freund und Helfer

Es gibt ja – das ist zumindest mein subjektiver Eindruck – gerne die Tendenz, Kritik an Polizei bzw. Polizisten nicht gelten lassen zu wollen. Es ist schließlich ganz einfach: Benimmst du dich, dann tut dir die Polizei auch nichts böses. Und wenn dir Polizisten in die Fresse hauen, dann wirst du schon selbst schuld gewesen sein. Nun. Es gibt viele schöne Beispiel dafür, dass Polizisten sich, sagen wir: nicht immer ganz korrekt verhalten. Eigentlich müsste man diese Beispiel einmal sammeln.

Nehmen wir doch einen aktuellen Fall aus den USA, über den Heise Online berichtet:

Eine Gruppe von Polizisten in Kalifornien machte laut Berichten offenbar einen regelrechten Wettbewerb daraus, auf den Smartphones Verhafteter Nacktbilder zu suchen und zu tauschen.

Hmm. Wenn man’s kann …

(Und das meine ich wörtlich. Wenn die Missbrauchsmöglichkeiten bestehen, dann werden sie früher oder später auch genutzt. Und es glaubt doch hoffentlich niemand, dass wir in Deutschland großflächig, anlasslos und massenweise quasi beliebige Telekommunikationsdaten auf Vorrat sammeln, und diese dann nicht in der einen oder anderen Form missbraucht werden? Wer von so einem Missbrauch dann betroffen ist (und davon erfährt), der wird sich anschließend zweimal überlegen, ob er wirklich nichts zu verbergen hat.)

Arschlöcher, Teil 2

Früher – also so vor zehn Jahren oder so – mochte ich den Don Alphonso nicht, gehörte er doch, das war zumindest meine Wahrnehmung, zu den am fleißigsten pöbelnden Schreihälsen im deutschsprachigen Internet. Mittlerweile lese ich es eigentlich ganz gern, wenn er – beispielsweise – ganz sachlich die Probleme der Piratenpartei bzw. einiger ihrer (ehemaligen) Protagonisten analysiert.

Nun hatte ich ja neulich geschrieben, dass es aktuell so etwas wie eine Debatte über Arschlöcher im Internet, pardon, die Debatten-(Un-)Kultur im Internet gibt.

Auch Don Alphonso hat sich dazu mittlerweile zu Wort gemeldet. Mit einem wirklich lesenswerten Text, der viele, viele Beispiele verlinkt. Auch Fefe hat hier und hier ein paar Gedanken dazu aufgeschrieben, u. a. diesen hier:

Ich nehme ja hier im Blog auch selten ein Blatt vor den Mund, aber das heißt nicht, dass man andere Menschen so persönlich anpinkeln muss.

Und jetzt darf man dreimal raten, was die beiden auf Twitter und Co für Reaktionen dafür ernten? Richtig: auf sie mit Gebrüll! Wobei das noch eine nette Umschreibung für die Reaktionen ist. Ach, wenn’s nicht so traurig wäre …

Das Internet ist voll von Arschlöchern

Linux-Entwickler Lennart Poettering hat seine eigenen Vorstellungen davon, wie der Systemkern aufgebaut sein sollte – und erhält dafür aggressive Reaktionen von Beleidigungen bis hin zu Todesdrohungen. Anita Sarkeesian kritisiert Sexismus in Computerspielen – und bekommt dafür das gesamte Spektrum an Widerlichkeiten ab, die man sich nur vorstellen kann. Tech-Blogger Sascha Pallenberg blubbert die Autorin Yasmina Banaszczuk auf Twitter ein wenig an; sie meint, er würde sich einen darauf »fappen«, was er höhnisch bejaht – und prompt ergießt sich über »Palle« per Twitter und Facebook ein riesiger Kübel aus Anfeindungen, Sexismus-Vorwürfen und Beschimpfungen. Was diejenigen, die meinen, ihn verteigen zu müssen, mindestens ebenso geschmacklos beantworten.

Emma Watson hält in ihrer Rolle als UN-Sonderbotschafterin für die Rechte von Frauen eine vielbeachtete Rede vor der UN-Versammlung – und wird dafür heruntergeputzt, beschimpft, lächerlich gemacht. Von allen Seiten, also nicht nur von den »bösen Maskus«, sondern auch von Feministinnen.

Mit der Piratenpartei hat sich sogar eine ganze Partei über all den Hass, der da über Twitter, Blogs und andere Kanäle ausgeteilt worden ist, selbst zerlegt. Ganz gleich, ob jetzt Anke Domscheit-Berg, Udo Vetter, Sebastion Nerz, Julia Schramm, Stefan Körner oder jeder andere auch: Diejenigen, die in der Partei etwas zu sagen hatten oder etwas sagen wollten, mussten sich darauf einstellen, pausenlos »mit Scheiße beworfen« zu werden.

Beispiele für eine Hass-Kultur im Internet gibt es viele. Das Internet (und zwar speziell Blogs) könnte(n) so ein toller Ort sein, um sich auszutauschen und um zu debattieren, um seinen Horizont zu erweitern. Filter-Bubbles, ausgeprägtes Schwarz-Weiß-Denken, Missionierungsdrang und Verbohrtheit bis hin zu ungehemmtem Hass machen das alles leider ziemlich kaputt.

Während die Frage, was manche Menschen denn so antreibt, wahrscheinlich nicht beantwortet werden kann, kann man sich – als Twitter-Nutzer, als Blogger, als Autor oder was auch immer – selbst die Frage stellen, wie man damit umgehen soll. Angestoßen von einem Text von Das Nuf (der Text enthält wiederum Links zu weiteren lesenswerten Beiträgen) scheint sich aktuell so etwas wie eine ernsthafte Debatte über dieses Thema zu entwickeln. Allein: mir fehlt der Glaube, dass diese gutgemeinten Texte tatsächlich etwas an der Diskussions- und Hass-Kultur im Internet ändern können.

Bernd das Spiel

Hui, morgen ist es soweit: Das Adventure-Spiel »Bernd das Brot und die Unmöglichen« erscheint. Ich glaube, das muss ich mir holen :-)

Infos zum Spiel gibt es u. a. hier und hier.

Skifahren im Norden

Wenn man sich  – als Norddeutscher – mit jemandem aus Wien unterhält, dann dreht sich das Gespräch irgendwann zwangsläufig um die Berge und um das Meer, um die Unterschiede zwischen dem Norden und den Alpen und darum, was man selbst mehr zu schätzen weiß.

Wir Schleswig-Holsteiner aber, und das wissen viele nicht, sind ja nicht nur meerumschlungen, sondern auch mit dem nördlichsten Wintersportgebiet Deutschlands gesegnet.

Und so kann man den Österreichern gegenüber mit Stolz aus der Wikipedia zitieren, muss aber aufpassen, dabei nicht zu sehr zu lachen:

Im Winter ist der Bungsberg Schleswig-Holsteins einziges und damit Deutschlands nördlichstes »Wintersportgebiet« mit einem eigens für die wenigen Tage mit Schneedecke installierten Schlepplift. Eine Abfahrt auf einer der drei Pisten dauert rund 25 Sekunden; reine Liftzeit rund eine Minute dreißig.

Waldmeister!

Weltmeister. Ungeschlagen. Mit dem besten Torhüter des Turniers. Und dem erfolgreichsten WM-Torschützen aller Zeiten. In diesem Jahr hat einfach alles geklappt, und das nötige Glück hatte das deutsche Team am Ende auch. Einfach wunderbar :-)

Nach fast fünf Wochen Weltmeisterschaft gilt es aber nun auch für die Zuschauer, sich erst einmal zu erholen. Am 22. August geht es dann auch schon wieder los mit der Bundesliga.

Verkehrsminister verleiht zukünftig Computerspielepreis

Ach, ich lache mich tot.

Das hätten sich die ganzen Nerds gar nicht besser ausdenken können: Jetzt haben wir nicht nur einen echten Verkehrsminister, der auch für das Internet (bzw. die Breitband-Strategie, ähem) zuständig ist; nein, in Zukunft wird dieser Verkehrsminister auch noch den Deutschen Computerspielepreis verleihen. Vielleicht geht der Preis ja dann an den Euro Truck Simulator?

Via Golem.de

Vielleicht Kaffee?

Eigentlich wollte ich ja zu diesem Thema nichts schreiben, aber den folgenden Tweet fand ich wunderbar, weil er so schön auf den Punkt bringt, wie groß die Diskrepanz ist zwischen dem, was viele Menschen (nicht) erwarten und dem, was eigentlich normal sein sollte. Und aktuell fast 2.000 Favs für diesen Tweet sprechen für sich.