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Stichwort-Suche nach: Sucht.

Internet-Abhängigkeit

Wenn die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, wieder einmal vor Online-Sucht und Internet-Abhängigkeit warnt, dann hat sie wahrscheinlich etwas anderes vor Augen, als die Abhängigkeit, die ich in den vergangenen Tagen feststellen musste, nachdem meine o2-Box sang- und klanglos abgeraucht ist.

Mal schnell eine Online-Überweisung machen, eine wichtige E-Mail schreiben, Fernsehen über Zattoo (weil ich im Schlafzimmer ansonsten keinen Fernseh-Empfang habe), Musik hören über Spotify oder einen einfachen Radio-Stream anmachen: all das ging dann eben nicht mehr.

Vor 15 Jahren habe ich angefangen, E-Mails auf dem Handy zu lesen (während Kanzlerin Merkel der Meinung ist, sie habe sich vor noch vor zehn Jahren keine Gedanken über die Digitalisierung machen müssen!), an die letzte Überweisung am Automaten oder am Schalter kann ich mich nicht mehr erinnern. Natürlich bin ich abhängig vom Internet — hierbei von einer Sucht zu reden, wäre allerdings ähnlich sinnvoll wie die Aussage, ich sei stromsüchtig oder krankhaft warmwasserabhängig.

Weil man heute in der Regel von seinem DSL-Provider keine Zugangsdaten mehr mitgeteilt bekommt (seit August dieses Jahres sollte das für Neukunden tatsächlich wieder anders sein), gestaltet sich bei mir der Austausch des Modems / Routers etwas schwieriger als ich gedacht hatte.

Aber anders als vor ein paar Jahren, als ich mein T610 als Notfall-Modem genutzt habe, ist es heute mit LTE und flexiblen Tages-Flatrates oder hinzubuchbarem Traffic sowie WLAN-Hotspots, die jedes noch so günstige Smartphone aufmachen kann, ist es heute deutlich leichter, ein paar Tage ohne Festnetz-Internet zu überbrücken.

Auf das Austausch-Gerät warte ich allerdings noch immer.