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Stichwort-Suche nach: IT.

Deine Schulpolitik ist im irgendwie Arsch, wenn …

… von Regierungsseite aus die Investition von 5 Milliarden Euro in die Digitalisierung von Schulen angeregt wird – und es von Leherverbänden und Gewerkschaften Widerstand und Protest gibt.

In Deutschland kann man noch immer den Eindruck bekommen, der Umgang mit Rechnern, Smartphones und Internet sei etwas irgendwie Verwerfliches, Unmoralisches und Schädliches (Manni Spitzer ist ein prominentes und ebenso trauriges Beispiel für diese Haltung) und nicht etwa eine längst alltäglich gewordene Kulturtechnik – und auch in der Arbeitswelt seit langem eine essentielle Fähigkeit.

(An dieser Stelle könnte ich mich sehr ausführlich über Kollegen und Kolleginnen auslassen, die zwar seit Jahren oder Jahrzehnten an einem reinen »Bildschirm-Arbeitsplatz« tätig sind und trotzdem nicht einmal benennen könnten, welche unterschiedlichen Software-System sie da bedienen oder was der Unterschied zwischen Intranet und Internet ist. Aber das erspare ich mir lieber.)

Ein gutes Beispiel für die merkwürdige Kritik an den aktuellen Plänen von Bildungsministerin Wanka ist eine Aussage von Josef Kraus, dem sicherlich junggebliebenen 67-jährigen Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes:

Gerade sozial schwache Schüler müssen lesen, lesen, lesen - und zwar das gedruckte Wort.

Ich möchte wirklich einmal wissen, wo die Idee herkommt, das geschriebe Wort sei auf Papier wertvoller oder wahrhaftiger als auf einen TN-Panel. Das ist eine Aussage, die etwa Zeitungsverleger hervorbringen, wenn es um das vermeintliche »Schutzbedürfnis« von gedruckten Zeitungen geht.

Auf der Internetseite des NDR habe ich einen Kommentar von H. Engelhardt gefunden, der ein schönes Fazit formuliert, und den ich deshalb hier in Gänze wiedergebe:

Die Schüler von heute werden für das Jahr 2030 ff. ausgebildet, nicht für 1980. Sie müssen lernen, verlässliche Quellen im Internet von zweifelhaften zu unterscheiden, was ein Plagiat ist und wie man die gefundenen Informationen miteinander abgleicht und sinnvoll kombiniert. Ja, das ist anders als früher. Und daher sind Computer an Schulen dringend notwendig. Und auch die Lehrer sollten ihre Scheuklappen ablegen - gestern Abend hat die Englischlehrerin tatsächlich den Kauf eines Wörterbuchs empfohlen. Im Jahr 2016. Ich konnte es nicht fassen. Bitte, liebe Lehrer, habt keine Angst vor der Zukunft. Sie kommt sowieso. Und das Internet geht auch nicht wieder weg.

Wenn wir aber weiterhin unsere Kinder und Jugendlichen versuchen, vor der Digitalisierung des Alltags abzuschotten und »zu schützen«, dann brauchen wir uns auch nicht darüber zu wundern, dass IT-Berufe zumindest in Deutschland nicht ihr Nerd-Image loswerden und nach wie vor kaum junge Frauen in diese Berufe einsteigen wollen.

Golem: Ubuntu versaut noch jedes Tablet

Ubuntu

Die beste Headline der letzten Woche hat wohl Golem präsentiert. Beim Test des Tablets »Aquaris M10 Ubuntu Edition« gelangen die Redakteure zu einer wenig schmeichelhaften Einschätzung:

Nach zweiwöchigem Test müssen wir allerdings feststellen, dass die Ubuntu-Version von BQs Tablet eines der unausgegorensten, ruckeligsten und von der Software her am schlampigsten programmierten Geräte auf dem Markt ist. Dabei scheint der Schuldige weniger der Hersteller der Hardware BQ zu sein als Canonical - das es immer noch nicht geschafft hat, aus Ubuntu für mobile Geräte ein sinnvoll einsetzbares Betriebssystem zu machen.

Harte Worte, aber die Einschätzung passt ganz gut zu dem, was Canonical generell in den letzten Jahren abgeliefert hat. Von Ubuntu One über den Unity-Desktop und den Ubuntu-AppStore bis hin zum eigens entwickelten Display-Server und der auf Android basierenden Mobil-Variante: überall unfertige, unausgegorene, lahme und schlecht funktionierende Software. Vor ein paar Jahren war Ubuntu eine Distribution, die besonders einsteigerfreundlich gewesen ist — heute bekommt der Anwender eine Großbaustelle, an der es an allen Ecken und Kanten Probleme gibt. Da wünscht man sich für Canonical doch vor allem ein etwas besseres Projekt-Management mit klarer strategischer Ausrichtung.

Nachtrag: Ich habe vergessen, die Frage nach der definitiv besten Linux-Desktop-Distribution für Normalos zu beantworten. Das ist unverändert Linux Mint, das nicht nur seit langem bei Distrowatch ganz oben steht, sondern auch von Ars Technica hoch gelobt wird.

Ein Traum: iPhone mit OLED-Display

Die glühendsten Apple-Verfechter1 haben’s mit Tim Cook nicht wirklich leicht. Nun gut, vorher auch nicht, aber unter Cook scheint der Konzern nicht unbedingt verlegener geworden um starke Worte, aber doch deutlich wankelmütiger, was das Festhalten an diesen Aussagen angeht. Erinnert ihr euch noch? 3,5 Zoll für ein Smartphone und 9,7 Zoll für ein Tablet waren perfekt, alles andere ist doch aus verschiedensten Gründen nicht zu bedienen und würde ohnehin von niemandem gekauft. Dann kamen kleine Tablets, zunächst minimal größere und dann deutlich größere Smartphones, dann auch größere Tablets. Stifte für die Smartphone- oder Tablet-Bedienung waren Teufelszeug, ansteckbare Tastaturen sowieso, das Surface von Microsoft der letzte Scheiß … Das alles gibt es mittlerweile auch von Apple. Und jetzt auch noch das: das nächste iPhone kommt angeblich mit einem OLED-Display! Das finde ich schön, weil ich OLED echt super finde (ganz anders als den Rest der Samsung-Smartphones), mir aber immer erzählt worden ist, warum die Teile so übel sein sollen. Noch ist es nur ein Gerücht, aber ich würde mein aktuelles iPhone sofort und ungesehen gegen eine OLED-Variante davon austauschen.


  1. Ich meine diejenigen, die jeden noch so absurden Marketing-Quatsch von Apple entgegen aller Vernunft verteidigen, weil … na ja, weil’s halt Apple ist und damit allem anderen nur überlegen sein kann. Solche Spinner gibt es in jedem Lager, aber ausgerechnet von der Sorte kenne ich halt ein paar. 

Bundestrojaner: Linux wird leider nicht unterstützt

Ich mache ja (unter »meinesgleichen«) seit Jahren gerne den Witz, dass der erste Trojaner, den ich mir unter Linux einfangen werde, sicherlich seine Arbeit mit dem Hinweis auf eine veraltete glibc verweigern würde. So weit hergeholt scheinen solche Gedanken nicht zu sein.

Jedenfalls funktioniert der vom Bundeskriminalamt selbst entwickelte Bundestrojaner bisher nur unter Windows, wie Golem berichtet. Kein OS X, kein Linux, keine mobilen Betriebssysteme. Na Mensch, da sind ja sogar die übelsten Drucker-Hersteller noch weiter. Ich frage mich nur: Findet man beim BKA niemanden, der C-Programme auch außerhalb von Visual Studio kompilieren kann, oder ist das eher ein Zeit- bzw. Aufwands-Problem? Faustregel vorerst: Wer etwas Böses im Schilde führt, sollte einfach kein Windows benutzen.

Und alle anderen auch eher nicht.

Deutschland, Deine Netzpolitik!

Sascha Lobo hat ja bereits vor ein paar Monaten mit Blick auf die »Digitale Agenda« sehr lesenswert darüber geschrieben, was für eine furchtbare Netzpolitik unsere Regierung veranstaltet, und auch ich habe hier schon einmal ein paar Worte nur zum kleinen Thema »Offene WLANs« geschrieben.

Aber wie schlecht es um die Netzpolitik in Deutschland wirklich steht, sieht man wohl daran, dass wir es offensichtlich nicht einmal hinbekommen, gesetzlich zu regeln, dass man als Endkunde einen Router seiner Wahl an das Telefonnetz anschließen darf. Ganz abgesehen davon, dass man in der Regel erhebliche funktionale Einschränkungen in Kauf nehmen muss, weil die Firmware der von den Netzbetreibern gestellten Geräte »verkrüppelt« ist, handelt es sich oft genug auch um ein Sicherheitsproblem, da nicht alle Anbieter »ihre« Geräte auf einem ordentlichen Patchlevel halten. Der Heise-Artikel, der anscheinend mit etwas Ärger im Bauch entstanden ist, liefert noch ein paar mehr Gründe gegen den Routerzwang. Aber technische Aspekte scheinen in dieser Frage ja keine Rolle zu spielen.

Heise Online: Gesetz gegen Routerzwang droht doch noch zu scheitern

Microsoft demonstriert, wie shice DRM wirklich ist

Eigentlich muss man Microsoft auch einmal dankbar sein. Immerhin demonstriert das Ende dieses merkwürdigen Zune-Experimentes auch, dass »Digitales Rechte-Management« (DRM) nur einen Verlierer kennt: den ehrlichen Kunden.

Microsoft hat vor ein paar Jahren mit einem Gesamtpaket aus Hardware, Software und Online-Store unter der Marke »Zune« den Versuch gestartet, iTunes und iPod so etwas wie eine Konkurrenz entgegen zu stellen. Obwohl die Hardware gar nicht mal so schlecht gewesen sein soll, ist das Zune-Projekt nicht sehr erfolgreich gewesen und nun stellt Microsoft die letzten zugehörigen Software-Dienste ein. Dank DRM mit absehbaren Folgen:

Zwar können sie die Musik zunächst weiter abspielen, doch im Falle einer Neuinstallation, eines Datenverlustes oder Anwenderfehlers ist die eigene Musiksammlung Geschichte. Backups dürften die Musik nicht wiederbringen, da sie gewissermaßen aktiviert werden muss. Die legal erworbenen Rechte für die Musik lassen sich jedoch nicht mehr erneut aktivieren

Solche Probleme sind natürlich nicht Microsoft-spezifisch und nicht auf Musik beschränkt, sondern fest verknüpft mit dem Versuch, mit Hilfe von digitaler Rechteverwaltung Nutzungsrechte einzuschränken. Man darf sich gar nicht ausmalen, was passieren würde, wenn eines Tages die Kindle-Plattform oder Steam eingestellt werden.

Apple verliert Schutzansprüche auf Trivialitäten

Immer wieder werden Patente auf trivialste Software-Mechanismen und simpelste Ideen vergeben. Nicht nur sogenannte Patenttrolle versuchen mit diesen Trivialpatenten gutes Geld zu machen, sondern auch die Global Player. Apple hat aktuell und längst überfällig zwei fragwürdige Schutzansprüche verloren.

Der Patenttroll zählt sein Gold. Bildquelle: John Bauer; Public domain; via Wikimedia Commons [1]

Vorweg: Wie umfangreich Trivialpatente vergeben werden, hat der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur, kurz FFII, bereits vor einigen Jahren eindrucksvoll anhand eines imaginären Online-Shops demonstriert: Der Patentierte Webshop.

Auch Apple muss sich immer wieder (auch von mir :-)) vorwerfen lassen, schlichteste Dinge zum Patent anzumelden und aggressiv gegen Mitbewerber einzusetzen. Unter anderen im berühmt-berüchtigten Patentstreit gegen Samsung, das schließlich zu einer Milliardenstrafe verdonnert worden ist. Zentraler Gegenstand der Auseinandersetzung waren – natürlich – Trivialpatente: Einerseits das »flache Gerät mit den abgerundeten Ecken« (nein, kein Scherz: viel konkreter war das Geschmacksmuster wirklich nicht formuliert) und auf der anderen Seite die »Slide to unlock«-Geste.

Beide Schutzansprüche hat Apple nun endlich verloren. Und die Begründungen der zuständigen Stellen (US-Patentamt in Sachen Geschmacksmuster und Bundesgerichtshof bei der Wischgeste) ähneln sich: »Prior Art«, also das Vorhandensein von älteren, vergleichbaren Umsetzungen, und in aller Deutlichkeit: Offensichtlichkeit.

Der BGH teilt in seiner Begründung klipp und klar mit: »Das Streitpatent beruht daher nicht auf erfinderischer Tätigkeit.« Bähm! Diese Einsicht ist höchst erfreulich, weil es nicht angehen kann, dass reihenweise Pseudo-Erfindungen geschützt werden, die nicht nur jegliche Technizität vermissen lassen, sondern die sich auch noch jeder Zehnjährige ausdenken kann – was natürlich zu der entscheidenden Frage führt: Wie zum Geier ist es eigentlich möglich, dass solche Patente überhaupt erteilt werden? Prüft die denn niemand?

Es gibt ja doch IT-Sachverstand in der Politik

Wie gesagt: Es gibt ja doch IT-Sachverstand in der Politik! Nein, nicht in Deutschland. Nein, es geht natürlich nicht um Internet-ist-für-uns-alle-Neuland-Deutschland, sondern um den Premierminister von Singapur, Lee Hsien Loong, der einen von ihm selbst entwickelten Sudoku-Solver veröffentlicht hat.

Nachzulesen u. a. bei arstechnica: Prime Minister of Singapore shares his C++ code for Sudoku solver

(Sagt mir bitte Bescheid, falls ähnliches eines Tages auch in Deutschland geschehen sollte.)

Die erotische Seite der Informationstechnologie

Natürlich muss dieser gesamte IT-Kram ja irgendwie auch eine erotische Komponente besitzen, anders ist doch der Erfolg solcher Gadgets wie die »Apple Watch« gar nicht zu erklären :-)

Wenig überraschen kann also das Vorhandensein von erotischer IT-Literatur. Zumindest versucht sich ein kanadischer Autor unter dem Pseudonym Leonard Delaney daran, erotische Geschichten irgendwie mit IT-Themen zu vermengen und bei Amazon zu verscheuern. Und ich muss schon sagen: es sind äußerst interessante Titel, die sich Delaney da ausgedacht hat:

  • Invaded by the iWatch
  • Taken by the Tetris Block
  • Conquered by Clippy (!!!11elf!)

Und Mashable (der Link lohnt sich übrigens schon allein wegen der tollen Illustrationen) schreibt dazu: »Apple Watch-inspired erotica is a stroke of genius«

Via lesen.net

Apples Kuriositäten

Keine Frage: Apple baut eine ganze Reihe toller, praktischer und hübscher Geräte. Ich darf mich ja auch nicht zu sehr beklagen, schließlich besitze ich auch einige iDevices. Und dennoch: auch Apple langt immer wieder ordentlich daneben. Das ist lustig.

iPod mit Loop und EarPods

Die älteren von uns können sich wahrscheinlich noch an lampenförmige Macs oder runde MacBooks aus buntem Plastik erinnern … Gut, dass man diese Geräte heute nicht mehr zu Gesicht bekommt. Auch das erste AppleTV war … nun ja … ein recht merkwürdiges Gerät. Waren wir doch schon längst im Streaming-Zeitalter angekommen, hatte das Gerät damals doch tatsächlich noch eine Festplatte eingebaut, und die abzuspielenden Inhalte mussten ernsthaft erst mit dem AppleTV synchronisiert werden. Hmm. Wer sollte das eigentlich nutzen? So viel besser sieht es mit dem aktuellen AppleTV auch nicht aus. Ich bin froh, das Gerät nach ca. einem Jahr der Staubfängerei durch ein FireTV ausgetauscht zu haben. Ich habe ja eigentlich immer erwartet, Apple würde eines Tages die Installation von Apps durch den Anwender zulassen. Pustekuchen. Das FireTV macht vor, wie man es richtig macht.

Auch in Sachen Mäuse hat Apple bisher nicht besonders viel Geschick bewiesen. Oder kann irgendjemand mehr als zwei Stunden am Stück mit der, ähem, Magic Mouse arbeiten?

Aber gut, das alles mag ja noch Geschmackssache oder eine Frage der Gewohnheiten sein. Zwei Dinge gibt es, die mich tatsächlich vollkommen ratlos machen, wenn ich sie sehe: Der iPod touch loop und die komischen EarPods. Ich behaupte: beides ist vollkommen bescheuerter Schwachsinn, den kein Mensch benutzt. Ich möchte mal denjeniegen kennenlernen, der sich gedacht hat: »Ach komm, meinen iPod touch, den möchte ich eigentlich ganz gerne mit einem dünnen Lederbändchen an meinem Handgelenk festbinden. Hemd-, Hosen- und Jackentaschen sind vollkommen überbewertet!«

Wer sich nicht ausgerechnet für den billigsten iPod touch (EUR 229,-) entscheidet, bekommt dieses Bändchen wenigstens als Dreingabe. Beigelegt wird auch das nächste Kuriosum, nämlich die, ähem, revolutionären EarPods.

Anders als bei herkömmlichen runden Ohrhörern beruht das Design der Apple EarPods auf der Geometrie des Ohres. Deshalb passen sie mehr Menschen als jeder andere Ohrhörer.

Fuck yeah! Ich weiß nicht, wer sich diese großen und harten Dinger gerne in die Ohren steckt, aber sei’s drum. Anders als beim iPhone bekommt man zum iPod touch auch nur die einfachere Variante der EarPods ohne Fernbedienung dazu. Ganz so, als sei diese Funktion ausgerechnet bei einem Gerät, das primär der Musikwiedergabe dient, irgendwie nicht so wichtig. Oder soll der Kunde doch eher zum zusätzlichen Kauf der teureren Variante (29,- EUR) motiviert werden?

Ich denke ja, der Erfolg lässt sich daran messen, wie oft diese Gadgets genutzt werden. Und ich persönlich habe »in freier Wildbahn« bisher weder den iPod touch loop noch die EarPods beobachten können. Vielleicht treibe ich mich aber auch nur in den falschen Gegenden herum? Oder habe die falschen Freunde?

Die nächste Apple-Kuriosität könnte möglicherweise die Apple Watch werden. Nach der ersten Ankündigung herrschte ja bei vielen noch so etwas wie Euphorie, aber nach der Bekanntgabe der Preise und einiger technischer Einzelheiten waren die Reaktionen doch eher zurückhaltend. Was wirft Apple da eigentlich auf den Markt? Ein eher nutzloses Gadget, das selbst für Apple-Maßstäbe schweineteuer ist. Das ist keine Sportuhr und kein Fitness-Gerät. Die Apple Watch ist ein Luxusprodukt, ein reines Statussymbol. Und man möchte am liebsten Tim Cook zurufen, dass man mit Luxusprodukten keine Volkskrankheiten bekämpft, selbst wenn man diese etwas dümmlich als »den neuen Krebs« bezeichnet. Dieser Ruf würde vermutlich ohnehin nur mit einem Schulterzucken quittiert werden.

Die Sache mit der Drossel

Als die Telekom vor einiger Zeit ankündigte, auch Festnetzanschlüsse nach Vorbild der Mobilfunk-»Flatrates« nach Verbrauch eines bestimmten Volumenkontingentes in der Geschwindigkeit stark zu drosseln, war abzusehen, dass andere Service-Provider mitziehen würden. Nun trifft es DSL-Kunden von O2 / Telefónica Deutschland.

Bild: Joachim Kampe (CC BY-SA 3.0 / CC BY-SA 3.0 de or GFDL) via Wikimedia Commons

Telefónica Deutschland macht laut Golem Ernst und setzt seit Februar Drosselungen auch im Festnetzbereich um und nennt das Ganze dann auch noch euphemistisch »Fair-Use-Mechanik«. Na ja, klar: zusätzliches Datenvolumen kann ja auch stückweise zur neuen »Flatrate« dazugekauft werden, vom Internet ausgeschlossen wird hier niemand.

Wohin solche Drosselungen – wahrscheinlich – langfristig führen werden, hat Alexander Lehmann (»Du bist Terrorist«) bereits vor knapp zwei Jahren recht anschaulich in einem Video dargestellt:

Aber ich schweife ab. Als O2-Kunde wollte ich eigentlich nur einmal schnell über den Kundenservicebereich »Mein O2« nachschauen, wo ich aktuell mit meinem Datenverbrauch stehe. Immerhin nutze ich seit einigen Wochen sehr intensiv sowohl Amazon Prime Instant Video für Filme und Serie sowie Zattoo Premium für IPTV – beide Dienste großteils in HD. Dazu kommen Spotify für Musik und – als Software-Entwickler – nicht gerade wenige und auch nicht immer nur sehr kleine Datei-Downloads. Dazu Internet-Radio und der andere übliche Kram.

Ich stelle fest: im Kundencenter ist zwar eine entsprechende Funktion vorgesehen, die liefert mir aber keine Daten, sondern nur eine Fehlermeldung. Also denke ich mir, sollte doch der Router in der Lage sein, ein brauchbares Accounting zu machen. Aber nein. O2 stellt seinen Kunden recht verkrüppelte Geräte zur Verfügung, die nur wirklich rudimentäre Funktionen mit sich bringen. Aber die Gelegenheit könnte ich doch wenigstens nutzen, um die Firmware des Routers zu aktualisieren, oder? Immerhin gibt es ja immer wieder große Sicherheitslücken, die auch in Hinblick auf die Störerhaftung durchaus relevant sind. Leider geht das auch nicht. Ein Update der Routers ist anscheinend nicht vorgesehen. Oder nicht aktiviert. Wer weiß das schon so genau? Ach ja: die Foren (Nichts anderes scheint sich auf den O2-Seiten hinter dem Menüpunkt »Hilfe« zu verbergen; und wo soll ich hier sonst Infos zu Updates finden?) funktionieren auch nicht. Jedenfalls nicht bei mir. Oder nicht mit dem Firefox. Oder nur gerade jetzt nicht. Wer weiß das schon so genau?

Da der Kunde von O2 auch keine PPPoE-Zugangsdaten mitgeteilt bekommt – jedenfalls nicht automatisch – und diese auch nicht über den Router einsehbar sind, gehe ich davon aus, dass der Austausch des Krüppelgeräts durch einen vernünftigen Ersatz nicht gewünscht ist. Hach, so eine FRITZ!Box wäre was feines – trotz der immer noch erstaunlich unprofessionell wirkenden Aufmachung! Allein diese »Heckflossen«, die vielleicht an ein schnelles Auto erinnern sollen? Aber wer weiß das schon so genau?

Wie auch immer. Am Ende habe ich nicht erfahren, wieviel Traffic ich über meinen Festnetzanschluss in etwa monatlich verbrauche. Allerdings habe ich noch irgendwo gelesen, dass die älteren Tarife noch nicht gedrosselt werden – was auch die Fehlermeldung auf der Kunden-Website erklären würde.

Das BSI gibt Tipps zum Safer Internet Day

Es ist Safer Internet Day, und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gibt aus diesem Anlass ein paar Tipps zum Umgang mit Social Networks, Smartphones, Cloud und Web-Surfen. Das sind allesamt recht einfache, grundlegende Regeln, die mir auf den ersten Blick aber recht vernünftig ausschauen. Herausragend ist natürlich der Ratschlag, Gespräche mit vertraulichem Inhalt nicht über das Mobiltelefon zu führen. Rückschlüsse aus diesem klaren und deutlichen Hinweis darf jeder gerne selbst ziehen.

Auch wichtig und richtig ist die mehrfache Empfehlung von Verschlüsselung. Damit läuft das BSI den Interessen (nicht nur) der deutschen Bundesregierung entgegen. Politisches Ziel ist es schließlich und traurigerweise auch hierzulande, wirksame Verschlüsselung generell zu unterbinden bzw. zu umgehen oder sogar gesetzlich zu verbieten.

(Erschreckend finde ich im übrigen, dass ich durchaus sehr intelligente Informatiker-Kollegen persönlich kenne, die ernsthaft davon überzeugt sein, ein »Kryptoverbot« sei etwas sinnvolles.)

Linux Mint

Nachdem ich jahrelang Ubuntu benutzt habe, und zuletzt etwas unzufrieden gewesen bin, habe ich nun wahrscheinlich mein neues Lieblings-Linux gefunden: Linux Mint 17.1 (»Rebecca«) mit Cinnamon-Desktop. Ein kleiner Software-Tipp am Rande.

Linux Mint

Linux Mint basiert zwar auf Ubuntu, bietet aber eben mit Cinnamon eine Desktop-Oberfläche, die für meinen Geschmack nicht nur deutlich besser aussieht als Unity, sondern auch sehr viel funktionaler ist. Hatte ich mich schon einmal über das Unity Dash beschwert? Nein? Das sei hiermit nachgeholt: Das Teil ist nicht nur furchtbar hässlich (dieses Wirrwarr an unterschiedlichen und grotesk alten und grauenhaften Icons!) und nutzt nicht einmal den auf großen Bildschirmen zur Verfügung stehenden Platz sinnvoll aus, es ist vor allem furchtbar umständlich. Einzig und allein die lokale Suche funktioniert gut, aber auf eine solche Suche muss man auch bei Cinnamon nicht verzichten. Die Vermischung von Online- mit Offline-Suche halte ich persönlich für Blödsinn, weil ich mir beispielsweise keine Situation vorstellen kann, in der ich sowohl lokale Dateien durchsuchen möchte und gleichzeitig dazu passende Amazon-Angebote …

Mint »Rebecca« bringt neben zahlreichen Detail-Verbesserungen und Fehlerkorrekturen für den Cinnamon-Desktop auch eine neue Theme-Verwaltung, mit der sich nun auch ohne weiteren Aufwand die für meinen Geschmack eher fragwürdigen mintgrünen Icons austauschen lassen. Überhaupt hat man sich durchaus noch einmal auf die Optik konzentriert. So umfassen die mitgelieferten Desktop-Hintergrundbilder nun auch die Bilder aus Vorgängerversionen, und somit steht hier eine ordentliche Auswahl zur Verfügung.

Die wichtigste Software läuft problemlos: Spotify, Skype, Dropbox, Firefox, Thunderbird, GIMP, LibreOffice, XMind … Bei der Nutzung fällt auf, dass man anscheinend auch am Benachrichtigungs-Applet gearbeitet hat; zumindest funktionieren nun sowohl bei Pidgin als auch bei Skype die entsprechenden Symbole so wie sie sollen.

Überraschend finde ich, dass die TLP-Tools nicht nur nicht standardmäßig installiert werden, sondern nicht einmal in den offiziellen Software-Repositories enthalten sind. Dabei machen sich diese Tools auf einem Notebook deutlich bemerkbar bzw. verkürzt sich die Akkulaufzeit (bei mir auf zwei ganz unterschiedlichen Geräten getestet) ohne TLP drastisch.

Insgesamt ist Linux Mint für mich im Moment aber die für »normale« End-Anwender am besten geeignete Linux-Distribution. Klare Empfehlung meinerseits!

Kein Geld für Software

Der IT-Branchenverband Bitkom hat die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, nach denen die Hälfte aller Bundesbürger niemals Geld für (zusätzliche) PC-Software ausgibt. Nun, das ist nicht besonders überraschend oder sogar etwas Neues. Und natürlich auch keine schöne Erkenntnis. Es macht aber noch einmal deutlich, was für ein absurdes Theater es ist, wenn der Verleger Hubert Burda sich zusammen phantasiert, Zeitschriften- und Zeitungsverleger ginge es »im Internet« in irgend einer Art und Weise schlechter als Programmierern bzw. Software-Produzenten. Aber was rege ich mich über so einen Schwachsinn auf.

Apple Watch?!

Den mit Abstand besten Kommentar zur gestern vorgestellten (aber dann doch erst frühestens(!) im kommenden Jahr verfügbaren) Apple Watch habe ich bei Peter Moulding gelesen.

Ich persönlich würde die Apple Watch zwar nicht ganz so negativ bewerten; das vorgestellte Device ist aber nun wirklich alles andere als eine neue Revolution. Sowohl beim Design als auch bei der Funktionalität hätte ich mir (anders als etwa von Samsung) von Apple sehr viel mehr Neues bzw. Ansprechenderes versprochen. Und preislich ist sie – typisch Apple – auch nicht sehr attraktiv. Ich habe nun die in meinen Augen sehr viel schickere Moto 360 vorbestellt, die hoffentlich zeitnah (also im Oktober?) geliefert werden kann. Obwohl ich glaube, dass es noch so zwei bis drei Gerätegenerationen dauert, bis die Smartwatches wirklich alltagstauglich werden.

Phablets

Leider habe ich in meinem näheren Umfeld keinen echten »Hardcore-Apple-Jünger« mehr, aber es wäre schon interessant gewesen, wie mir diejenigen, die noch vor wenigen Jahren – als ich mir das erste Galaxy Note mit einer damals unglaublich großen Bildschirmdiagonalen von 5,3 Zoll gekauft habe – von den wahnsinnigen Vorteilen eines 3,5 Zoll großen Displays geschwärmt haben, heute erklären, warum seit genau gestern abend Bildschirmgrößen jenseits der 5 Zoll das Maß aller Dinge sind und iPhone-Besitzer (anders als angeblich seinerzeit die Samsung-Nutzer) trotzdem keine Daumen-Prothesen benötigen.

Der sehr geschätzte Lukas Mathis (»Designed for Use«) hat zu diesem Thema auch ein paar lesenswerte Gedanken aufgeschrieben.

Microsoft OneDrive for Business modifies files as it syncs

Was sollte ein Cloud-Speicher niemals, unter gar keinen Umständen mit den darin abgelegten Dateien machen? Richtig: sie verändern. Und auf welche Idee kommt Microsoft? Auch richtig: abgelegte Dateien wild mit Metadaten anzureichern.

Die IT-News-Site Myce hat schon im April davon berichtet, dass Microsofts OneDrive for Business offensichtlich die abgelegten Dateien beim Synchronisieren verändert: zumindest einige Dateitypen werden dabei munter mit Metadaten angereichert.

Ehrlich gesagt hatte ich es bis dahin nicht für möglich gehalten, dass ein Cloud-Drive-Anbieter tatsächlich auf die Idee kommen könnte, so etwas zu tun. Ein ehemaliger Kollege von mir war der Meinung, bei Microsoft würden die besten Software-Entwickler der Welt arbeiten. Na ja, an OneDrive for Business durften sie sich anscheinend nicht beteiligen.

Wenn schon (mangelnder) Datenschutz nicht Grund genug ist, keinen Cloud-Speicher zu verwenden: Das willkürliche Modifizieren von Dateien ist es absolut. Und es ist so typisch, dass es ausgerechnet bei Microsoft passiert.

Ein zweites Leben für mein Galaxy Tab 2

Was ist das beste, was man mit einem Samsung-Tablet machen kann? Richtig: eine andere Firmware installieren!

Mein Samsung Galaxy Tab 2 10.1 habe ich vor allem aus zwei Gründen: einerseits, weil ich mein Transformer Pad zu Klump gehauen habe (seufz) und andererseits weil ich recht günstig an das Gerät gekommen bin.

Nach meinen Erfahrungen mit dem Galaxy Note hätte mir eigentlich klar sein können, dass es trotzdem keine gute Idee ist, sich ein Samsung-Gerät zuzulegen. Es ist traurig, aber Samsung entwickelt einfach richtig, richtig schlechte Software, die in der Lage ist, einem auch die tollste Hardware zu versauen. (Ganz abgesehen davon, dass den Samsung-Entwicklern ganz offensichtlich auch noch jeglicher Sinn für ansprechende Gestaltung abgeht …)

Wie auch immer, nachdem es mir der Kollege mit seinem Galaxy Tab vorgemacht hatte, habe ich mich auch endlich getraut, Cyanogenmod zu installieren. Die Installation nach Anleitung funktionierte eigentlich ziemlich schnell und problemlos. Und nun kann ich allen Besitzern eines Galaxy Tab genau das gleiche empfehlen: installiert Cyanogenmod!

Als Belohnung ist der gesamte Samsung-Schrott (Music Hub und Co., Samsung-Konto und zugehörige Dienste, Zine …) weg, dafür gibt es einen einigermaßen flotten Launcher, ein aufgeräumtes Android und auch in Zukunft noch System-Updates. Ein Geschwindigkeits-Wunder wird aus dem Galaxy Tab 2 trotzdem nicht, aber immerhin ein Gerät, mit dem man noch ganz ordentlich leben kann.