Depressive Unionsreflexe

Bild: Vincent van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit. [1] Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons [2]

Laut Wikipedia sind allein in Deutschland geschätzt vier Millionen Menschen von einer Depression betroffen; gut 10.000 Menschen töten sich in Deutschland jedes Jahr selbst, die Anzahl der versuchten Selbsttötungen liegt beim 10- bis 15-fachen. Und was sagen CDU und CSU dazu?

Thomas de Maizère (CDU) ist sich nicht zu blöde, die Katastrophe um den Germanwings-Flug 4U9525 als Anlass zu nutzen, eine Ausweitung der Speicherung von Fluggastdaten auf Vorrat zu fordern, um »potenzielle Gefährder« aufzuspüren. Als sei es nicht zynischerweise ausgerechnet eine »Anti-Terror-Maßnahme«, die dem Kopiloten A. geholfen hat, seinen Plan in die Tat umzusetzen.

Und Joachim Herrmann, ganz in seiner Rolle als prototypischer bayerischer CSU-Mann, fordert – unter bestimmten Bedingungen – ein Berufsverbot für Menschen mit Depressionen. Als würde das irgendwelche Probleme lösen und nicht nur den Druck auf die Betreffenden erhöhen, ihre Leiden noch stärker zu verstecken und Normalität vorzutäuschen.

Ehrlich: Ich wünsche mir zur Abwechslung auch einmal einen Innenminister, der einfach sagt: Auf dieses und jenes Ereignis gibt es keine sicherheitspolitischen Antworten.

Passend dazu: Erzaehlmirnix.
Siehe auch: Kraftfuttermischwerk / Die Zeit / Katja Berlin

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