Offene WLANs in Deutschland werden boomen!

Man konnte in der vergangenen Woche durchaus ein wenig staunen, wenn man die Nachrichtenmeldungen in Fernsehen und Radio gehört hat. Da wurde erzählt, die Bundesregierung plane ein Gesetz, mit dem (endlich) das Angebot öffentlicher, also frei zugänglicher WLAN-Hotspots gefördert und auf absehbare Zeit deutlich wachsen solle. Huh?

Bild: Hans-Jörg Aleff [1] CC BY-NC-SA 2.0 [2] Bearbeitung: André Gewert

Tatsächlich: das Bundeswirtschaftsministerium hat einen Gesetzesentwurf vorbereitet, der »die Voraussetzungen dafür schaffen [soll], dass in Zukunft mehr öffentliche WLAN-Hotspots eingerichtet werden.« Und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel behauptet optimistisch oder dreist (das darf man sich meinetwegen aussuchen): »Das wird dem Ausbau öffentlich zugänglicher Hotspots einen Schub geben und die Nutzung vorhandener Infrastruktur erleichtern.«

Nun.

Ich fürchte, das Ganze fällt leider in die Kategorie: »Wir behaupten etwas bestimmtes zu tun, machen aber doch eher das Gegenteil.« Leider beinhalten die Neuregelungen nur weitere bzw. strengere Hürden. Allein wegen der strengen Auflagen (faktische Registrierungspflicht, zumutbare Maßnahmen« gegen Rechtsverstöße, Einholung einer Verpflichtungserklärung etc.) wird das Gesetz lediglich das jetzt schon bestehende Monopol einzelner Hotspot-Anbieter (Hat hier jemand Deutsche Telekom gesagt?) festigen. Und falls jemand bei Hören bzw. Sehen der Nachrichten gleich von kostenlosen Hotspots geträumt hat … ha ha, süß!

Schade übrigens, dass ich gerade vor einer guten Woche beim Verlängern meines Mobilfunktarifs in einen neuen Tarif wechseln musste, der zwar immer noch so schweineteuer ist wie der alte, aus dem aber sowohl die gebührenfreie Zusatz-SIM-Karte als auch die Hotspot-Flatrate herausgestrichen wurden. Wenn ich das nächste Mal für ein paar Stunden im ICE sitze, sieht es also eher düster aus mit Internet. Denn bezahlen werde ich das sicherlich nicht.

Ach, ich weiß nicht. Sagt man nicht immer, Deutschland sei ein Land der Ingenieure? Warum tut man sich hierzulande dann (politisch) noch immer so schwer mit »diesem Internet«?

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