Was von der Mission übrig blieb

Am Mittwoch ist der Europäischen Weltraumorganisation ESA mit der Landung der Sonde Philae auf einem Kometen eines der ambitioniertesten Weltraum-Projekte überhaupt gelungen. Ziemlich beeindruckend. Beeindruckend ist allerdings auch, warum dieses Ereignis »im Netz« hohe Wellen geschlagen hat und welche Erkenntnisse sich aus ihm scheinbar ableiten lassen.

Wenn ich meiner Twitter-Timeline glauben darf, dann ist an der Rosetta-Mission das einzig interessante und diskussionswürdige: das Shirt, mit dem sich der britische Wissenschaftler Matt Taylor vor die Kameras getraut hat. Eine gute Freundin hat es für ihn zum Geburtstag angefertigt. Das Problem: Auf dem Hemd sind leicht bekleidete Comicfrauen abgebildet. (Hier gibt es ein Foto davon.) Was es darauf hin an hysterischen Reaktionen, Beschimpfungen und Beleidungen – von denen »asshole« sicher noch eine der harmloseren ist – hagelte, ist schlicht unglaublich. Mittlerweile hat sich Matt Taylor unter Tränen für seinen »big mistake« entschuldigt.

Das Online-Magazin The Verge hat unter dem Titel »I don’t care if you landed a spacecraft on a comet, your shirt is sexist and ostracizing«, der vor allem mit dem einleitenden »I don’t care« das darauf folgende ganz gut zusammenfasst, einen Kommentar herausgehauen, der in der Aussage gipfelt:

This is the sort of casual misogyny that stops women from entering certain scientific fields.

In anderen Worten: Es wagen sich vergleichsweise wenige Frauen in (bestimmte) wissenschaftliche Berufe, weil dort irgendwo – vielleicht – Menschen herumlaufen, die etwas gedankenlos auch mal ein Hemd tragen, auf dem gezeichnete, halbnackte Frauen abgebildet sind.

Nun ja. Die einfachsten Erklärungen sind doch immer noch die besten, wenn auch nicht unbedingt die korrektesten, nicht wahr?

2 Kommentare

  1. 1.

    Julie (aus Lübeck)

    Herrlich, die aufregung über nackte Frauen. Mich interessiert eher, das die Sonde >Rosetta aus Darmstadt gesteuert wird< ;-)
    Auf, auf…. Das >schwarze Loch< untersuchen. (Und später ist alles fürn Ar***)

  2. 2.

    André Gewert

    Ha! Das hätte ich mir ja denken können, dass *das* schon wieder alles ist, was Dich interessiert ;-)

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